Für das Testspiel am vergangenen Wochenende hatte Coach Scuderi sich etwas besonderes ausgedacht. Nach einigen hochklassigen Gegnern aus dem bekannten Umfeld stand ein Vergleich mit einem Regionalligisten Nord an. Kein geringerer als der große HSV erwartete unsere Seniors zum Wettbewerb im fernen Norden. Für die Schneider Zwillinge ein ganz besonderer Team; sind sie doch (historisch bedingt) glühende Verehrer des Raute aus der Hansestadt. Mit Übernachtung im Hostel ging es bereits Freitag auf die lange Reise und am Samstag dann auf dem überaus gepflegten Sportgelände des SV Drennhausen in Drage traf man auf einem Rasen der gut und gerne auch für den Golfsport geeignet wäre auf einen sehr gut aufgestellten Gegner mit ähnlicher Altersstruktur wie die unsere.

Der HSV hatte zu Beginn deutlich mehr Spielanteile, mit sehr wenigen Kontakten gab es immer wieder gefährliche Vorstöße, die jedoch nicht wirklich zwingend waren. Zu sicher stand die Dreierkette bei der Pauli die im Kurzurlaub befindliche Freddel ersetzte. Flankiert von Chloé und Selina liessen sie die entscheidenden Pässe oder 1:1 Vorteile des Gegners nicht zu. Der eigene Spielvortrag indes war noch zu hektisch zu unruhig, und führte nicht wirklich zu einem starken Gegengewicht. In den ersten 15 Minuten konnten viele Defensivzweikämpfe gewonnen werden, aber nach der Balleroberung war das Passspiel zu ungenau und wir kamen kaum über die Mittellinie. Ab Minute 12 liessen die hohen Pressingversuche der Hamburger nach und wir konnten das Spiel weiter vom eigenen Tor weg halten. Eine Balleroberung von Selina in des Gegners Hälfte führte dann zu einem schönen Vertikalpass auf Shirin, die entgegenkam und direkt auf Fini klatschen liess. Fini zieht aus gut 25 Metern ab und versenkt eine Bogenlampe im rechten oberen Giebel. So fügt ein HSV Fan dem Gastgeber den ersten Wirkungstreffer zu; 1:0.

In der 17. Minute führt eine Ecke zu einer ersten Torchance der Hamburgerinnen, die allerdings zu harmlos am Tor vorbei ging. Ein Ellenbogencheck gegen die Schläfe nimmt Mariken in der 25. Minute aus dem Spiel, aus der dreiminütigen Überzahl kann Hamburg jedoch keinen Vorteil ziehen. Anna Schneider ersetzt sie dann ab Minute 28 auf der rechten Aussenbahn. Die Gastgeber erspielen sich in den folgenden fünf Minuten ein leichtes Übergewicht das zu zwei Torchancen führt die jedoch wiederum nicht zwingend genug waren. Ein schöner Spielzug bringt den Hausherrinen dann in der 35. Spielminute die bis dato größte Chance doch sie treffen nur den Pfosten. In einer ereignisarmen Phase führen einige inkonsequente Zweikämpfe zu einem weiteren Angriff der Gastgeber die dieses Mal mit dem Ausgleich abgeschlossen werden kann. Das 1:1 fällt in der 42. Spielminute. Fünf Minuten hält die Schwächephase an, dann kann Zara für große Unruhe sorgen, als sie eine Ecke beinahe direkt verwertet. Der Ball kann hinter der überwundenen Torhüterin von der Linie geköpft werden. Nun kommt Jule für Remy und Judith für Anni. Das Spiel ist längst auf Augenhöhe, die Seniors gewinnen an Struktur im Spielvortrag und Hamburg verlegt sich auf das Kontern mit langen Bällen.

Minute 55.: Danisha kommt für Shirin. Es häufen sich die Nickeligkeiten auf beiden Seiten und wir bekommen mehr Platz im Mittelfeld. Immer wieder gelingt es uns die Bälle festzumachen und die Ballbesitzzeiten zu verlängern. In der 60. Spielminute kommt Kira für Alysha aufs Feld und Nadine ersetzt Chloé. Dafür zieht Anna auf die rechte Aussenverteidiger-position und Sandro stellt auf 4-3-3 um. Die Umstellung zeigt Wirkung, Jule kann im offensiven Zentrum deutlich mehr Akzente setzen und bringt ihr Team in der 75. Minute mit einem sehenswerten Distanzschuss über den Kopf der weit vor dem Tor stehenden Keeperin mit 2:1 in Führung. Mustergültig bedient von Selina. Dann darf Nachwuchsakteurin Stella für Julia in die Spitze. Ihr gelingt noch eine schöne Auflage für Zara die das Tor jedoch knapp verfehlt.

Pünktlich nach 90 Minuten pfeift der Schiedsrichter eine sehr gut geführte Partie auf Augenhöhe ab. Das Team von Coach Scuderi zeigte sich über die gesamte Zeit kämpferisch und wurde im Verlauf des Spiels trotz vieler Wechsel immer sicherer im Zusammenspiel. Gegen einen HSV der sich als komplettes Team mit hohem Niveau zeigte gelang ein Überraschungserfolg der jedoch keineswegs unverdient war. Vergleicht man das Spiel mit dem gegen den FFC Recklinghausen vor wenigen Wochen sieht man eine deutliche Weiterentwicklung.

Das lässt auf die erste Regionalliga Saison in unserer Geschichte hoffen!