Trotz schwerer Beine von den täglichen Einheiten der ersten Vorbereitungswoche, und trotz der Tatsache dass das Trainerteam um Sandro Scuderi auf einige der Stammkräfte verzichten musste, und damit die Abwehr komplett umstellen musste, gelang den Kämpferherzen Seniors des VfR Warbeyen bei ihrem Gastspiel eine faustdicke Überraschung. Gut, der Gegner hatte nicht nur ein Trainginslager sondern auch die Vortagspartie gegen Bundesligist SGS Essen in den Knochen, aber dennoch, unsere junge Elf verkaufte sich sehr gut. Mit Anni Krüger, Shirin Timmermann und den Zwillingsschwestern Dallmann die ihre Premiere im maroon farbenen Auswärtstdress gaben, waren gerade einmal vier Akteure „Ü20“. Mit Leona Baran und Anna Klucken aus der U17 verstärkten zwei Jugendspielerinnen den dünnen Kader, aus der ZWO war mit Eleni Cronenberg eine zusätzliche Defensivkraft angereist.

Im zuletzt bewährten 4-3-3 ging Coach Scuderi ins Spiel und so rückten die beiden Dallmann-Schwestern gleich im ersten Spiel „zur Sicherheit“ in die Viererkette. Neben den etablierten Verteidigerinnen Selina Grabbe und Anna Schneider bildeten sie die Viererkette vor Judith Thieme die in der ersten Halbzeit das Tor hüten durfte. Aufgabe: Ruhiger Spielaufbau auch unter Druck, immer unter Einbeziehung der Torhüterin. Davor eine agile und ballsicherer Dreier-Formation aus Remy van der Windt auf der Sechs, und Sophie Schneider sowie Kira Zemlin aus den Achter-Positionen. Sie sollten gegen den Ball das Zentrum schliessen und die hochstehenden Aussenspielerinnen der Bocholterinnen anlaufen. Im Zentrum des Offensivspiels stand Shirin Timmermann unterstützt von Alysha Zemlin und Julia Hülsken. So ging es ins Spiel.

Auch wenn die Gastgeber das Heft des Handelns in die Hand nahmen, Wirkungstreffer blieben aus. In den ersten zehn Minuten bissen sich sie sich erstmal gegen das engagierte Team der Warbeyener die Zähne aus, die bei Ballbesitz jedoch noch etwas unsicher wirkten. Das Aufbauspiel unter Druck indes lief immer besser. Mit zunehmender Spieldauer konnten sich unsere Mädels immer häufiger gut aus dem eigenen Verteidigungsdrittel heraus kombinieren und vorne für Wirbel sorgen. Mit schneller Überbrückung des Mittelfeldes konnten unsere Spitzen gut in Szene gesetzt werden. Ein Überraschungstreffer wäre nicht unverdient gewesen. Einen Schatten über das gute Spiel warf die (ohne Femdeinwirkung) schwere Verletzung von Jolina Opladen die in Halbzeit mit dem Krankenwagen abgeholt werden musste. Wir hoffen dass die Verletzung nicht so schwer ist wie es aussah und wünschen gute Besserung!

In der zweiten Halbzeit konnten die Gäste an die gute Tendenz in der ersten Spielhälfte anknüpfen und zeigten immer mehr sehenswerte Kombinationen. Scuderi stellte um auf ein 3-4-3 (2-1) und mit Nadine Haan (für Kira Zemlin), Danisha Bruins (für Shirin Timmermann) und Anni Krüger (für Judith Thieme) kamen drei neue Spielerinnen auf den Platz die nahtlos an die Leistungen ihrer Vorgängerinnen anknüpfen konnten. Und die Gäste wurden mutiger und erspielten sich immer mehr Möglichkeiten. Während Bocholt das Trainingslager in den Beinen zu stecken schien. So war es nur folgerichtig dass Danisha Bruins dann eine der guten Konterchancen nutze. Nur wenige Minuten nach einer vergebenen 100% Chance kann Nadine auf der linken Seite einen Ball erobern den Danisha dann mit einem sehenswerten Distanzschuss zum 1:0 verwertete. Die Bemühungen von Bocholt wurden nun intensiver aber keineswegs zwingender. Ein Pfostentreffer bildete den Höhepunkt. Dann musste die auf 3er-Abwehr-Kette umgestellte Defensive einen Wechsel verkraften. Pauli musste mit einer Muskelverhärtung den Platz verlassen. Selina übernahm die zentrale Innenverteidigung und die erst 17-jährige Eleni rückte auf die rechte Innenverteidiger Position. Wieder einige Minuten später bekam auch die erst 16-jährige Leona Baran ihre Chance. Remy durfte nach einer starken Vorstellung auf der Bank Platz nehmen, Fini Schneider rückte auf die Sechs neben Jule und Leona übernahm die Aussenbahn. Diese rechte Seite sollte dann auch das 2:0 vorbereiten. In der Folge: Eleni (17) behauptet den Ball und spielt auf Leona (16), die auf Alysha weiterleitet (17) und die setzt dann Julia (18) in Szene, Julia tanzt sich durch und netzt zum 2:0 Endstand ein.

Fazit: Es ist noch viel Luft nach oben, vor allem beim Spiel mit dem Ball. Doch Athletik, Tempo und Technik ist auf dem Niveau auf dem wir es brauchen. Dieses Team macht Vorfreude auf die nächste Saison. Die Neuzugänge bereichern unser Spiel und geben der jungen Elf Halt. Doch der Unterschied zur Spitze im deutschen Fußball, den Bundesligen, der wird immer kleiner. Wir sind stolz auf euch! Weiter so!