Im März hat Timo Janssen 16 Treffer in vier Spielen erzielt – besser war kein anderer Fußballer in Deutschland. Welches besondere Kunststück der 23-Jährige dabei in einer Partie schaffte.

Timon Janssen hatte lange nicht daran geglaubt, dass es im Fußball möglich sein würde, dass ein Spieler in einer Partie innerhalb von nur drei Minuten drei Treffer erzielt. Er hat unlängst jetzt selbst den Beweis angetreten, dass dies durchaus zu schaffen ist. Anfang März gelang dem 23-jährigen Angreifer dieses Kunststück mit Seltenheitswert. Die Abwehrreihe der DJK SG Mehr/Niel/Wyler/Zyfflich II wusste nicht nur in diesen drei Minuten nicht, wie ihr geschah. Insgesamt traf Timon Janssen gleich neun Mal gegen die Mannschaft aus Kranenburg, die am Ende mit 4:13 das Nachsehen hatte. „Bei dieser Begegnung kam natürlich eine Menge zusammen. Einerseits bin ich relativ schnell, andererseits waren die Vorlagen meiner Mitspieler echt herausragend. Und natürlich haben die Gegner nach dem ersten Tor ein wenig die Köpfe hängen lassen“, sagt Timon Janssen.

50 Tore hat der Angreifer bislang für die Schwarz-Weißen geschossen, die in der Gruppe eins der Kreisliga C Kleve/Geldern auf dem dritten Tabellenplatz stehen. Im Monat März war Timon Janssen mit 16 Treffern in nur vier Ligaspielen sogar der erfolgreichste Torschütze aller Spielklassen in der Bundesrepublik. Deshalb bekam der Klever vom Fachmagazin kicker und dem Internetportal Fußball.de vor wenigen Tagen eine Torjägerkanone überreicht – eine besondere Ehre. Auch das Internetportal FuPa zeichnete den erfolgreichen Stürmer dafür aus.

„Ehrlich gesagt wusste ich gar nicht, dass es eine solche bundesweite Auszeichnung gibt. Ich bin wirklich überrascht, wie viel Resonanz ich zuletzt bekommen habe. Viele Leute haben sich gemeldet“, sagt Tiomon Janssen, der bis vor einigen Monaten noch dafür zuständig war, Tore zu verhindern. Denn da lief er noch als Innenverteidiger oder defensiver Mittelfeldspieler auf.

„Die Idee, mich als Angreifer einzusetzen, ist einzig und allein auf meinen Trainer Christopher Uwara zurückzuführen. Da muss ich ihm ein großes Kompliment machen. Er hat gesagt, dass es im Training doch so gut klappt und wir es auch in einem Liga-Spiel einmal ausprobieren sollten, dass ich im Sturm auflaufe. Das hat dann tatsächlich richtig eingeschlagen“, sagt Timon Janssen. Im März steuerte er auch fünf Treffer beim 6:1-Sieg seiner Mannschaft gegen die DJK Rhenania Kleve bei, zudem markierte er beim 3:4 gegen den FC Concordia Goch II und beim 1:1 gegen die Erstvertretung der DJK SG Mehr/Niel/Wyler/Zyfflich jeweils einen Treffer.

„Meine Quote lag im März bei vier Toren pro Spiel, was auch in der Kreisliga C außergewöhnlich ist. Hinzu kommt, dass ich bei uns nicht einmal die Elfmeter schieße“, sagt der VfR-Torjäger. Doch der Erfolg hat nicht nur Vorteile. „Nach jedem Dreierpack wird eine Kiste für die Mannschaft fällig. Es stehen noch einige offene Liter auf meinem Deckel, das dürfte also noch teuer werden. Aber die Mannschaft hat es sich mit den vielen guten Vorlagen für mich verdient“, sagt Timon Janssen.

Warum er ausgerechnet im vergangenen Monat derart durchstartete, kann Timon Janssen sich auch nicht so richtig erklären. „Ich versuche eigentlich immer, alles zu geben, daran kann es also nicht liegen. Weshalb es nun ausgerechnet im März so super gelaufen ist, kann ich nicht sagen. Vielleicht war auch ein bisschen Glück dabei“, so der 23-Jährige. Natürlich hofft er nun darauf, dass es so weitergeht.

Am Freitagabend trug sich Janssen bereits wieder vierfach in die Torschützenliste ein, als sich seine Mannschaft mit 5:1 gegen den SV Schottheide-Frasselt II durchsetzte. Erneut war der Angreifer der Spieler des Spiels. Zwei Tage später ging er beim 3:3 beim SV Griethausen allerdings ausnahmsweise einmal leer aus. „Natürlich bin ich mit meiner Quote sehr zufrieden. Man darf aber auch nicht vergessen, dass ich von meinen Mannschaftskollegen hervorragend unterstützt werde. Ohne sie wären diese Erfolge gar nicht möglich. Beim VfR Warbeyen sind wir nicht nur ein Team, sondern echte Freunde“, sagt er.

In dieser Saison möchte Timon Janssen gerne insgesamt 70 Tore schießen, so Janssen. Und auch auf die bundesweite C-Liga-Torschützenliste schaut der Stürmer. „Es wäre schon ein Traum, wenn ich dort unter den besten zehn Angreifern landen würde“, sagt Janssen im Gespräch mit unserer Redaktion. Derzeit nimmt er dort den zehnten Platz eins. Die Nummer eins in dieser Klasse ist übrigens Aleksandar Stoilov von MK makedonija Stuttgart. Seine Bialnz: 72 Tore in 17 Spielen.

Als seine größten Stärken bezeichnet Timon Janssen das Dribbling und seine Schnelligkeit. Doch er sieht auch noch Luft nach oben – trotz seiner herausragenden Ausbeute in dieser Saison. „Ich lasse immer noch die eine oder andere Chance liegen, daran will ich arbeiten. Aber ich bin ja noch nicht allzu lange im Angriff unterwegs. Auch das Kopfball-Spiel könnte noch deutlich besser werden“, sagt der 23-Jährige.

Es ist allerdings fraglich, ob Timon Janssen, der als Jugendlicher für den Oberliga-Klub 1. FC Kleve in der Leistungsklasse gespielt hat, auch in der kommenden Saison noch in der Kreisliga C kickt. Immerhin bekam er zuletzt einige Angebote von anderen Klubs. „Es hat sich ein Verein aus der Landesliga gemeldet, außerdem zwei Klubs aus der Bezirksliga. Auch aus der Kreisliga A habe ich einige Anrufe bekommen. Ich würde gerne in der nächsten Saison in einer höheren Klasse spielen. Wichtig ist für mich allerdings, dass ich auch tatsächlich zum Zuge komme und dort nicht nur auf der Bank sitze“, sagt Timon Janssen.

Vorerst aber fokussiert er sich freilich voll auf den VfR Warbeyen. Der Rückstand des Tabellendritten auf den ungeschlagenen Spitzenreiter Siegfried Materborn II beträgt elf Punkte – allerdings hat der VfR ein Spiel weniger ausgetragen. „Wir würden sehr gerne die Meisterschaft holen. Doch es wird schwierig. Klar ist aber, dass wir in unserer Heimpartie gegen Siegfried Materborn einen Sieg schaffen wollen. Ob es dann für ganz oben reicht, werden wir sehen“, sagt Janssen. Das Top-Spiel gegen Materborn steigt am kommenden Montag, 15 Uhr, auf der Anlage am Duvenpoll. Dann kommt es auch zum Duell der beiden Top-Torjäger in der Gruppe. Der Materborner Robin Tönnißen liegt in der Torschützenliste der Gruppe mit 38 Treffern auf Platz zwei.

Quelle: rp-online.de