Quelle: Text und Fotos vom FVN (Verbandsmeldung)

Es war durchaus ein besonderer Vereinsdialog, der beim VfR Warbeyen in Kleve stattfand. Nach rund eineinhalb Jahren Zwangspause wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie war es der Re-Start für die Veranstaltungsreihe.

Für den VfR, der im Fußballkreis Kleve/Geldern beheimatet ist, nahmen Christian Nitsch (1. Vorsitzender), Günther Funke (2. Vorsitzender), Anna Krüger (Geschäftsführerin und Spielerin 1. Mannschaft) und Sven Rickes (Sportlicher Leiter) am Gespräch teil. Der Fußballverband Niederrhein (FVN) wurde vertreten durch Präsident Peter Frymuth, den Kreisvorsitzenden Edgar Borgmann, Dirk Bimbach (Mitglied des Verbandsjugendausschusses und Beisitzer im Kreisjugendausschuss) sowie durch Masterplan-Koordinator Aljoscha Franzen vertreten.

Der Fokus des VfR Warbeyen hatte bis vor einigen Jahren noch auf dem Männerfußball gelegen. Dann konzentrierte sich der Verein jedoch auf seine Mädchen- und Frauenfußball-Abteilung. Mit Erfolg: Mittlerweile blickt der VfR auf insgesamt acht Mädchen- und Frauenmannschaften. Die erste Mannschaft spielt in der Frauen-Regionalliga West. Vor der aktuellen Saison konnte der Verein mit 23 neue Spielerinnen für die U13 – trotz der Corona-Pandemie – den größten Zuwachs in der Vereinsgeschichte für diese Altersklasse verzeichnen.

„Kämpferherzen“: So hat der VfR Warbeyen seine Mädchen- und Frauenabteilung getauft. Diese umfasst auch ein Talentförderzentrum. „Unser Motto ist nicht nur Marketing“, sagt der 1. Vorsitzende Christian Nitsch. „Es wird von jedem Mitglied auch mit Leben gefüllt.“ So übernehmen zum Beispiel die Spielerinnen der Regionalliga-Mannschaft Patenschaften für die jüngsten Spielerinnen (U 13), um diese von Beginn an ins Vereinsleben einzuführen und Werte zu vermitteln. So soll eine zusätzliche Bindung zum Verein entstehen.

Das Einzugsgebiet des VfR endet nicht an der Stadtgrenze – nicht einmal an der Landesgrenze. Ein Fahrdienst wurde eingerichtet, um das Einzugsgebiet zu erweitern. Selbst Spielerinnen aus den (nahe gelegenen) Niederlanden kicken nun für den VfR. „Umso mehr Mädchen und Frauen Fußball spielen, desto stärker profitieren wir alle davon“, meint der Sportliche Leiter Sven Rickes. Christian Nitsch ergänzt: „Wir verstehen uns als Förderer des Mädchen- und Frauenfußballs für die Stadt Kleve am Standort Warbeyen:“

Großen Wert legt der VfR Warbeyen auf die Weiterbildung von Trainern, Spielerinnen und Spieler. Im Talentförderzentrum gehen regelmäßig kostenlose Bildungs-Veranstaltungen zu diversen Themengebieten über die Bühne. Diese stehen auch anderen Vereinen offen.

Ohnehin wird die Zusammenarbeit zwischen den Vereinen in der Region großgeschrieben. Das Talentförderzentrum des VfR wäre zum Beispiel ohne die Unterstützung der umliegenden Vereine kaum möglich. In den Wintermonaten, wenn die eigenen Plätze witterungsbedingt unbespielbar sind, kann Warbeyen auf die Kunstrasenplätze des Oberligisten 1. FC Kleve ausweichen. Nach Zerstörungen durch Vandalismus auf der VfR-Anlage boten sofort mehrere Vereine ihre Unterstützung an. Christian Nitsch: „Die Solidarität unter den Vereinen in der Umgebung ist beeindruckend.“

Beeindruckt war auch FVN-Präsident Peter Frymuth vom Engagement der Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler des VfR, insbesondere für den Mädchen- und Frauenfußball. „Den Begriff ‚Kämpferherzen‘ kannte man, aber es ist spannend zu sehen, wie er dann auch tatsächlich gelebt wird“, sagt Peter Frymuth. „Der VfR ist ein Leuchtturm im Mädchen- und Frauenfußball und es ist beeindruckend, wie hier konzeptionell gearbeitet und was hier geleistet wird.“

Was die Infrastruktur angeht, ist der VfR zwar nicht schlecht aufgestellt, es besteht aber auch noch Luft nach oben. So verfügt der Hauptplatz über keine Flutlichtanlage. Der Nebenplatz ist ein selbsterrichteter Platz auf einer freien Rasenfläche. Im Vereinsheim wird – auch hier dank ehrenamtlicher Unterstützung – jeder Quadratmeter so gut wie möglich genutzt. Neben den Umkleidekabinen und einem Materialraum gibt es auch Räumlichkeiten für Schulungen und Besprechungen sowie einen Kraft- und Gymnastikraum.

„Wir haben ein beeindruckendes Bild bekommen“, bedankte sich Peter Frymuth herzlich für den „schönen Abend. Engagierte Menschen haben Sie. Nun wünsche ich viel Erfolg dabei, dass es auch bei den infrastrukturellen Rahmenbedingungen weitere Schritte vorangeht und anerkannt wird, welche Bedeutung der Verein für seine Heimat, nämlich die Stadt Kleve, hat.“

„Meine anfängliche Skepsis wurde nicht bestätigt und ich bin dankbar für das Gespräch“, lautete das Schlusswort des Vorsitzenden Christian Nitsch. „Wir haben eine tolle Basis für die weitere Zusammenarbeit geschaffen und konnten offen miteinander sprechen. Ich bin stolz und dankbar für die investierte Zeit.“

Zeit war dann auch noch für einen interessanten Austausch zwischen Peter Frymuth und den U 17-Spielerinnen, die parallel zum Vereinsdialog trainiert hatten. Die Spielerinnen berichteten unter anderem von den Zielen, die sie für diese Saison besprochen und erarbeitet hatten. Peter Frymuth versprach, diese Ziele zu beobachten.